Wie Digitalisierung Kosten verringert – nicht erhöht
Digitalisierung ist kein IT-Einkauf. Sie ist ein Kostenprogramm. Richtig geführt senkt sie Bearbeitungszeiten, Fehlerkosten und Kapitalbindung – und erhöht gleichzeitig den Durchsatz. Entscheidend sind drei Regeln: Kein Tool ohne Business Case. Klare Kennzahlen. Alte Wege konsequent abschalten.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
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Zeit runter, Fehler runter, Bestand runter. Das sind die drei großen Hebel.
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TCO statt Listenpreis. Gezählt werden Gesamtaufwand, nicht nur Lizenzen.
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90-Tage-Vorgehen. Erst wirksam, dann hübsch – und am Ende weniger Fixkostenrisiko.
Die 7 stärksten Hebel – aus der Praxis
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Prozesszeit reduzieren: Automatisieren (Make, Zapier, Power Automate, RPA). Realistisch: 30–70 % weniger Bearbeitungszeit.
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Fehlerkosten senken: Standardisierte Workflows, klare Freigaben → 20–60 % weniger Nacharbeit, Rückfragen, Gutschriften.
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Bestände kürzen: Bessere Dispo/Forecasts → weniger Sicherheitsbestand, weniger Fläche.
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Einkauf optimieren: E-Procurement, automatischer Preisvergleich, Bündelung → bessere Konditionen, Skonto sichern.
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Overhead schlank machen: DMS, E-Signatur, Self-Service-Portale → HR, Vertrieb, Service entlasten.
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IT-Kostenrisiko flexibilisieren: Weg von CapEx zu skalierbarem Opex – zahlen, was genutzt wird.
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Durchlaufzeit verkürzen: Mehr Umsatz pro Kopf bei gleichen Fixkosten.
“Abo-Kosten machen doch alles teurer?” – Nur, wenn Sie falsch rechnen
Zählen Sie Total Cost of Ownership (TCO):
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Direkt: Lizenzen, Implementierung, Schulung.
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Indirekt: Arbeitszeit, Wartezeiten, Nacharbeit, Medienbrüche, Ausfallzeiten.
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Risiko/Opportunity: verspätete Lieferungen, entgangene Aufträge, DSGVO-Risiken, verpasste Skonti.
Wenn Zeit + Fehler + Kapitalbindung mehr einsparen als die Abo-Kosten kosten, sinken Ihre Gesamtkosten. In gut geführten Projekten ist das die Regel, nicht die Ausnahme.
Praxisbeispiel (konservativ gerechnet)
8 Mitarbeitende sparen pro Vorgang 30 Minuten durch Automatisierung. Lohnkosten 30 €/h, 220 Arbeitstage/Jahr.
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Zeitersparnis/Jahr: 8 × 0,5 h × 220 × 30 € = 26.400 €
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Fehlerkostenersparnis: 200 Fehler × 20 € = 4.000 €
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Gesamtnutzen: 30.400 €/Jahr
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SaaS + Implementierung (Jahr 1): 6.000 €
→ Nettoersparnis Jahr 1: 24.400 € | Payback: ~2,4 Monate | ROI: ~407 %
Wo schnell Geld liegt – fünf Kernprozesse
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Order-to-Cash: Angebotsgenerator, E-Signatur, automatische Rechnungsstellung & Zahlungseingangsmatches → schnellere Zahlung, weniger Rückfragen.
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Procure-to-Pay: OCR, Drei-Wege-Abgleich, regelbasierte Freigaben → Skonto sichern, Buchhaltung entlasten.
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Service: Self-Service-Portal, Wissensdatenbank, KI-Assistenten für Standardanfragen → weniger Tickets, höhere Erstlösungsquote.
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HR/Onboarding: Digitale Verträge, Schulungsflows → schneller produktiv, weniger Admin.
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Planung/Logistik: Forecasting, Tourenplanung, Slot-Management → weniger Leerfahrten, geringere Lagerkosten.
Typische Einwände – und die nüchterne Antwort
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“Keine Zeit für Projekte.” Starten Sie mit einem 2-Tages-MVP an der engsten Stelle. Die gewonnene Zeit finanziert den Rest.
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“Tools sind teuer.” Teuer ist weiter manuell arbeiten – jeden Monat. Lizenzen sind variabel und kündbar.
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“Change ist schwer.” Richtig. Deshalb Standards + Rollen + Checklisten. Tools erzwingen Disziplin, Führung hält sie.
90-Tage-Blueprint (ohne Ballast)
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Hot-Spot wählen: Wo stauen sich Vorgänge? Wo entstehen Fehler?
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Baseline messen: Durchlaufzeit, Bearbeitungszeit, Fehlerquote, DSO, Bestandstage.
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MVP in 10–15 Tagen: Workflow digitalisieren, Schnittstellen (ERP/CRM/Shop/Finance) anbinden, DMS/Signatur integrieren.
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4-Wochen-Pilot: Wöchentlich Metriken prüfen, Engpässe beheben.
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Rollout & Cutover: Schatten-Excel, E-Mail-Freigaben, Papier abschalten – mit Datum und Verantwortlichen.
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Monatliches Kosten-Controlling: Kennzahlen in die Geschäftsführung, nicht in die IT.
Steuerungslogik, die wirkt
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Zielkosten je Vorgang festlegen und monatlich reporten.
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Kill-Liste für nutzlose Schritte/Tools – quartalsweise ausmisten.
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Prozess-Owner benennen (klar, nicht “alle ein bisschen”).
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Vertraglich flexibel bleiben: kurze Laufzeiten, modulare Pakete, Exit-Klauseln.
Häufige Kostenfallen – vermeiden statt reparieren
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Tool-Wildwuchs: Einzellösungen → Kernsystem + Automations-Layer standardisieren.
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CSV-Hölle: Manuelle Exporte → API-first, Events statt Files.
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Dokumente im Kernprozess: PDFs nur am Rand → Daten statt Dokumente verarbeiten.
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Unklare Rechte: Rückschleifen → RACI + feste Freigaben.
Ihre Kontrollliste
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Je Prozess: Business Case mit €-Nutzen, €-Kosten, Payback
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3–5 Kennzahlen (Zeit, Fehler, DSO, Bestandstage, Kosten/Vorgang)
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Automations-Roadmap: 90 Tage / 6 Monate / 12 Monate
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Altwege abschalten – verbindlich
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Monatliches Review in der GF-Runde
Klartext: Digitalisierung erhöht Kosten, wenn sie als Einkaufszettel betrieben wird. Sie senkt Kosten, wenn sie als konsequente Prozesssanierung geführt wird – mit harten Zahlen, kurzen Zyklen und null Toleranz für Spielzeug.